Wissenschaftliches Hauptprogramm

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Freitag, 6. März 2026

Freitag, 6. März
12:40–14:00

SESSION I Der Mensch im Mittelpunkt

Programminhalt
„Kopfarbeit“

“Kopfarbeit“ ist ein Blick in die Neurochirurgie und in den menschlichen Geist – darüber, wie wir in entscheidenden Momenten Ruhe, Fokus und Werte bewahren. Ein Vortrag darüber, was uns in Extremsituationen wirklich trägt.

Parodontologie: Systemische Erkrankungen – ein Update
Endodontologie: Systemische Erkrankungen – ein Update

Gibt es Evidenz für eine Assoziation von systemischen und endodontischen Erkrankungen? Kann die Endodontie zur Allgemeingesundheit beitragen?

Freitag, 6. März
14:30–16:00

SESSION II Blaulicht an – Risikopatienten im Fokus

Programminhalt
Vorsitz:
Prof. Dr. Sebastian Bürklein (Münster), PD Dr. Sonja Sälzer (Hamburg)
Chemotherapie, Strahlentherapie & Organtransplantation: Zahnerhaltung aus der Sicht der Parodontologie, aus der Sicht der Endodontologie

Heutzutage werden sich aufgrund der Alterspyramide immer mehr Risikopatienten mit Erkrankungen wie z.B. bestrahlte Patienten () in unseren zahnärztlichen Praxis einfinden.

Kommt ein solcher Patient in Ihre zahnärztliche Praxis, müssen zeitnah fundierte Informationen zur Verfügung stehen.

Bei Patienten mit hohem Behandlungsrisiko sollte der betreuende Zahnarzt aktiv vor der geplanten Behandlung Vorsichtsmaßnahmen treffen. Was muss der Zahnarzt bei der Medikation beachten ?

  • Welchen Patienten darf ich unter laufender Chemotherapie/ Strahlentherapie/ Immuntherapie noch therapieren – welchen nicht ?
  • Muss/ darf ich nicht-erhaltungswürdigen Zähnen extrahieren ?
  • Müssen z.B. teilretinierte Zähne mit chronischer Perikoronitis entfernt werden ?
  • Entfernung von Zysten und Fremdkörpern
  • Wie sieht die Mundhygiene bei diesen Patienten aus ?
  • Hat das Zeitintervall zwischen Strahlentherapie und Implantatinsertion einen Einfluss auf die Implantatprognose ?
  • Wie sieht das peri-/ postoperatives Management bei diesen Patienten (Chemotherapie/ Strahlentherapie/ Immuntherapie) aus – welche Antibiotika verordne ich wann ?
  • Wie ist die Prognose in der Endodontologie bei Überinstrumentierung und „Überstopfung“ bei diesen Risikopatienten ?
Systemische Risiken im Spannungsfeld Paro/ Endo: Antiresorptiva, Immundefizienz, Diabetes

Die epidemiologische Bedeutung des Risiko-Patienten in der zahnärztlichen Praxis verdeutlicht sich durch den Anteil von zirka 30 % der erwachsenen Bevölkerung jenseits des 30. Lebensjahres bezogen auf die drei wichtigen Anamnesen Antiresorptiva-Therapie, Diabetes und Immundefizienz. Der Prophylaxe und Therapie von chronischen Infektionen in der Mundhöhle durch Parodontologie und Endodontologie sowie der potentiellen Wechselwirkungen mit systemischen Kompromittierungen kommt deshalb ein immer größerer Stellenwert zu!

Implantate im Körper

Schützt eine Antibiotikaprophylaxe bei zahnärztlichen Eingriffen vor Gelenkprotheseninfektionen – oder ist sie ein überholtes Ritual? Der Vortrag liefert die orthopädische Perspektive auf Evidenz, Leitlinien und klinische Realität dieses viel diskutierten Themas.

Freitag, 6. März
16:30–18:00

SESSION III Entzündungen – Wenn es mal wieder brennt …

Programminhalt
Vorsitz:
Moderne Diagnostik: Parodontologie & Endodontologie

Was kommt nach Einzelbild und Paro-Sonde? Was brauchen wir heute, um die moderne Therapie zu planen und umzusetzen?

Akute Schmerztherapie (therapeutische Interventionen, Medikamente: Schmerz, antiinfektive Therapie von CHX bis Antibiotika), Endo-Paro-Läsionen, Abszesse, Fistel

Akute klinische Verläufe können auf der Grundlage verschiedener Ursachen entstehen. Hierfür können endodontisch wie auch parodontologische Pathologien verantwortlich sein, die zudem als kombiniert als sogenannte Endodontale-Parodontale-Läsionen auftreten können. Diese akuten klinischen Situationen erfordern gegebenenfalls ein weites Spektrum an therapeutischen Interventionen. Hierzu gehören die Schmerztherapie, anti-infektive Therapieansätze sowie das Adressieren der Ursache. Dieser Vortrag soll dieses Spektrum aus der Sicht der Endodontologie sowie der Parodontologie anhand konkreter klinischer Fallsituationen diskutierten.

Samstag, 7. März 2026

Samstag 7. März
09:30–10:30

SESSION IV Ein Trauma kommt selten allein

Programminhalt
Vorsitz:
Prof. Dr. Dr. Thomas Beikler (Hamburg), Dr. Holger Rapsch (Rheine)
Verletzungen und Folgen für Parodont und Endodont

Bei einem Zahnunfall gilt mehr denn je: „Ein Trauma kommt selten allein.“ Häufig sind nicht nur mehrere Zähne, sondern insbesondere verschiedene Gewebe betroffen. Parodontale und endodontische Verletzungen bringen jeweils eigene Herausforderungen und Komplikationen mit sich und treten oft gemeinsam auf. Eine gezielte Akuttherapie und strukturierte Nachsorge bilden die Grundlage, um Folgeschäden zu vermeiden und die langfristige Prognose zu sichern.

Management: endodontologische, parodontologische und restaurative Konsequenzen

Häufig treten nach einem dentalen Trauma Komplikationen auf, entweder zeitnah oder auch als Spätfolgen. Deren präzise Diagnostik und Therapie haben oft einen entscheidenden Einfluss auf die Langzeitprognose und damit die Lebensqualität der betroffenen Patientinnen und Patienten.

Samstag 7. März
11:15–12:45

SESSION V Think out of the Box

Programminhalt
Vorsitz:
Prof. Dr. Raluca Cosgarea (Bonn), Dr. Bernard Bengs (Berlin)
Vitalamputation

Molaren mit Furkationsbeteiligung und endodontischer Behandlung weisen ein besonders hohes Risiko für Zahnverlust auf (Nibali et al., 2016; Helal et al., 2019). Klassische Therapien stoßen hier oft an ihre Grenzen, denn die Behandlung von Molaren zählt sowohl in der Parodontologie als auch in der Endodontie zu den größten Herausforderungen. Nicht-chirurgische Verfahren zeigen bei Furkationsbeteiligungen nur begrenzte Erfolge (Nordland et al., 1987) und regenerative Therapien sind nur für ausgewählte Defektformen geeignet. Klassische Wurzelamputationen erfordern eine vollständige Wurzelkanalbehandlung. Dabei stellt die Endodontie an Molaren aufgrund ihrer komplexen Anatomie mit mehreren Wurzeln, zusätzlichen und schwer zugänglichen Kanälen sowie feinen Verbindungen zwischen den Kanälen eine besondere Herausforderung dar.
Neu entwickelte Techniken der vitalen Wurzelamputation ermöglichen den Erhalt der Pulpa bei gleichzeitiger Entfernung kompromittierter Wurzeln – minimalinvasiv und ohne Wurzelkanalbehandlung.
Der Fokus des Vortrags liegt auf der Verbindung von moderner Parodontalchirurgie und Endodontologie. Dabei werden innovative Konzepte und mikrochirurgische Verfahren vorgestellt, die darauf abzielen, Funktion und anatomische Strukturen langfristig zu erhalten.

Revitalisierung

Die Revitalisierung ist mittlerweile ein etabliertes Behandlungsverfahren bei Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum und Pulpanekrose und auch Bestandteil der neuen S3 Leitlinie. In diesem Vortrag werden Indikationsstellung sowie Möglichkeiten und Limitationen nach neuestem Kenntnisstand diskutiert und Perspektiven hinsichtlich regenerativer Verfahren in der Endodontie aufgezeigt.

Autotransplantation: Unlocking Patient- Specific Solutions in Modern Dentistry

Rebuilding lost hard and soft tissues is one of the greatest challenges in modern dentistry. Autotransplantation changes that reality. By harnessing the natural regenerative power of the periodontal ligament, a patient’s own tooth becomes the key to true biological restoration — living, adapting, and integrating naturally. No implant or prosthetic can match this potential. Autotransplantation restores biology — not just a tooth.

Samstag 7. März
14:00–15:30

SESSION VI Am Ende ist noch lange nicht Schluss

Programminhalt
Vorsitz:
Prof. Dr. Bernadette Pretzl (Frankfurt am Main/Karlsruhe), Dr. Bijan Vahedi (Augsburg)
Regenerative Therapie bei Endo-Paro-Läsion

Zähnen, die von Endo-Paro-Läsionen betroffen sind, wird häufig aufgrund des großen Ausmaßes an parodontalem Attachmentverlust eine „hoffnungslose“ Prognose zugeschrieben und werden daher extrahiert. Der Vortrag soll zeigen, wie durch die kombinierte endodontische und regenerative Parodontaltherapie Zähne mit Endo-Paro-Läsionen -auch bei weit fortgeschrittenem Attachmentverlust- mit guter Langzeitprognose erhalten werden können.

Langzeitergebnisse: Parodontologie

Langzeitdaten zeigen, dass selbst parodontal stark kompromittierte Zähne über viele Jahre erfolgreich erhalten werden können – vorausgesetzt, Diagnose, Therapie und Nachsorge greifen konsequent ineinander. Der Vortrag fasst die wichtigsten klinischen Faktoren für den Erfolg zusammen und zeigt, warum ein Zahnerhalt häufig die langfristig bessere Option ist.

Langzeitergebnisse: Endodontologie

Der langfristige Zahnerhalt ist nur möglich, wenn die endodontische Behandlung erfolgreich durchgeführt werden kann. Moderne Endodontie erlaubt unter Berücksichtigung der aktuellen Standards sehr hohe Erfolgsaussichten und bemerkenswerte Langzeitergebnisse. Der Vortrag soll einerseits die Langzeitergebnisse vorstellen und die dafür wichtigen Erfolgs- und auch Misserfolgsfaktoren diskutieren, um in der täglichen Praxis bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.