Freitag, 25. September 2026
SESSION 1 PAR-Richtlinie
Programminhalt
Die 2021 in die Versorgung gebrachte präventionsorientierten Parodontitisbehandlungsstrecke ist essenziell für die rund 14 Millionen Menschen, die aktuell an einer schweren Parodontitis leiden. Dieser wichtige Therapieansatz wurde aber durch politische Entscheidungen in Form des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes mit seiner strikten Budgetierung schwer beschädigt.
SESSION 2 Diagnostik: gestern, heute, morgen
Programminhalt
Die mikrobielle Diagnostik in der Parodontologie hat sich von der gezielten Erfassung einzelner Markerkeime hin zu umfassenden Sequenzierungsverfahren entwickelt. Der Vortrag beleuchtet diesen Wandel und zeigt, welche Chancen Next-Generation-Sequencing für ein vertieftes Verständnis parodontaler Dysbiose und künftiger Diagnostik eröffnet.
Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in die Zahnmedizin und verspricht weitreichende Verbesserungen von genauerer Diagnostik bis hin zur Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten. Doch wie belastbar sind diese Erwartungen? Welche Entwicklungen sind realistisch, und wohin führt die aktuelle Dynamik? Ist es denkbar, den Schritt von reiner Diagnose hin zu individueller Vorhersage von Krankheitsverläufen zu schaffen? Vielleicht sogar so weit, Behandlungsergebnisse für einzelne Patient:innen abzuschätzen?
SESSION 3 Wie weit geht nichtchirurgische Therapie?
Programminhalt
Prä-, Pro- und Postbiotika zwischen Hype und Evidenz: Was ist biologisch plausibel, was klinisch belegt? Ein kritischer Blick auf Chancen, Grenzen und offene Fragen für Prävention und Therapie in der Parodontologie.
SESSION 4 Antibiotika in der Parodontitistherapie
Programminhalt
Welche Faktoren beeinflussen die Optimierung der Antibiotikaverordnung? Welche Bedeutung haben Zeitpunkt, Dauer, Dosis und die spezifische Diagnose des Patienten?
Traditional mechanical periodontal therapies have many shortcomings and limitations that could be handled through new approaches in the way the treatment is performed, new technologies, and thanks to the use of local and systemic adjuvants. Do you know how to use them?
Samstag, 26. September 2026
SESSION 5 Was tun bei Periimplantitis?
Programminhalt
Im Vortrag werden die Behandlungsprinzipien der Klinik in Göteborg präsentiert. Wir diskutieren einleitende, nicht-chirurgische Therapie sowie Aspekte zur Chirurgie. Strategien zur Antibiose, Oberflächenreinigung und zur Anwendung von Knochenersatzmaterialen werden abgehandelt.
SESSION 6 Selten aber folgenreich
Programminhalt
Parodontitis als Manifestation seltener Systemerkrankungen tritt bei den meisten Betroffenen unabhängig von anderen Risikofaktoren bereits in jungen Jahren auf, was die enge intrinsische Verbindung zwischen diesen systemischen Erkrankungen und parodontalem Gewebeabbau unterstreicht. Die Ergebnisse unseres systematischen Reviews zeigen jedoch, dass auch in diesen Fällen eine Langzeitstabilität möglich ist, wobei die Behandlungsergebnisse primär von der Adhärenz der Patientinnen und Patienten abhängen und weniger vom angewendeten Behandlungsprotokoll.
DG PARO-Preisverleihung
SESSION 7 Zähne oder Implantate?
Programminhalt
Auf Grundlage aktueller Forschungsdaten ist es heute nicht mehr gerechtfertigt, grundsätzlich für den Erhalt stark geschädigter Zähne oder pauschal für Implantate zu plädieren. Stattdessen sollten Zahnerhaltung und Implantattherapie im Sinne einer patientenorientierten Behandlung sinnvoll miteinander kombiniert werden. Aktuelle Studien und systematische Übersichtsarbeiten zeigen, dass Implantate nicht zwangsläufig langfristig komplikationsfrei bleiben. So liegt die Prävalenz von Periimplantitis etwa zehn Jahre nach Implantation bei rund 20 % der Patienten. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der steigenden Lebenserwartung erscheint es daher nicht gerechtfertigt, vorgeschädigte Zähne vorschnell zu entfernen, ohne alle verfügbaren Therapieoptionen sorgfältig abzuwägen. Ziel sollte es sein, Zähne möglichst lange zu erhalten und Implantate – falls erforderlich – erst zu einem möglichst späten Zeitpunkt im Lebensverlauf einzusetzen, um das Risiko langfristiger Komplikationen zu reduzieren. Wird dennoch eine Implantatversorgung gewählt, müssen alle verfügbaren präventiven Maßnahmen genutzt werden, um periimplantären Erkrankungen und möglichen Implantatverlusten bestmöglich vorzubeugen.